Zusatzversicherung zur Krankenkasse

Die Grundversicherung ist per Gesetz verpflichtend in der Schweiz. Dabei können Versicherungsnehmer frei zwischen der Standard-Krankenkasse und mehreren Alternativmodellen wählen, die durch verschiedene Varianten einer Zusatzversicherung oder Bonusversicherung ergänzt werden können. Die abgedeckten Leistungen der Grundversicherungs-Policen sind vom Gesetzgeber bzw. dem Bundesamt für Gesundheit vorgeschrieben und damit bei allen Grundversicherungen identisch.

Unterschiede gibt es dahingehend, ob Versicherte beispielsweise den Hausarzt frei wählen können oder vor dem Arzt- und Spitalbesuch vielleicht zunächst eine telefonische Hotline um Rat bitten (Telmed-Variante) oder ein örtliches Versorgungszentrum aufsuchen müssen. Auch ein Hausarztmodell ist verfügbar, bei dem Patienten zunächst einen festgelegten Hausarzt konsultieren, statt direkt Fachärzte oder Spitäler aufzusuchen. Abseits der Grundversicherung gibt es manche Zusatzversicherung. Nicht jedes Angebot eignet sich für jeden Interessenten.

Zusatzversicherung zur Krankenkasse
Zusatzversicherung zur Krankenkasse: Versicherte haben die Chance eine zusätzliche Versicherung abzuschließen und Leistungen zu erweitern.

Versicherer stellen umfangreiche Fragen zum Gesundheitszustand

Besonders wichtig zu erwähnen: Anders als bei der normalen Krankenkasse müssen Versicherungsgesellschaften bei ihren Zusatzversicherungen nicht zwingend aufnehmen. Generell müssen Sie mit der Zusendung eines oft recht umfangreichen Fragenkatalogs rechnen, bevor es zum Vertragsabschluss kommt. Die sogenannten Gesundheitsfragen sind ein Kriterium, dass Versicherern einerseits bei der Ermittlung der Versicherungsprämien hilft. Auf der anderen Seite aber kann ein schlechtes Risikoprofil nach Auswertung der Antworten zur Ablehnung eines Aufnahmeantrags zu einer Zusatzversicherung führen.

Mit einer solchen Verweigerung ist dann zu rechnen, wenn Sachbearbeiter der Versicherer die wahrscheinlichen Kosten aufgrund der gesundheitlichen Vorgeschichte der Antragsteller als zu hoch erachten. Nichtsdestotrotz gilt eine wichtige Regel, die schon vor der Thematisierung des eigentliches Ratgeberinhaltes, nämlich der Vielfalt im Bereich der Zusatzversicherungen, angesprochen werden müssen:

→ Versicherte müssen Fragen zum Gesundheitszustand ehrlich und vollständig beantworten!

Antworten Sie ehrlich auf die Fragen zum Gesundheitszustand

Wer eine Bonusversicherung beantragen möchte, muss sich vor Augen führen, dass sich Versicherer bei falschen Antworten oder fehlenden Informationen das Recht vorbehalten, eigentlich inkludierte Leistungen zu verweigern oder im Ernstfall sogar Policen zu kündigen sowie Rückforderungen zu stellen. Das Risiko, dass verschwiegene Erkrankungen oder Behandlungen zu Problemen führen, sollten Sie als Versicherungsnehmer im eigenen Interesse nicht eingehen. Selbst dann nicht, wenn Sie sich davon einen finanziellen Vorteil bei der Festlegung der Prämie zur Bonusversicherung versprechen.

Zusatzversicherungen erlauben recht flexible Leistungsgestaltung

Die Frage, auf welche ergänzenden Leistungen Sie als Extra zum gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungsumfang Wert legen, ist die zentrale, wenn Sie mittels Zusatzversicherung die Krankenkasse ergänzen und optimal an Ihren wahrscheinlichen Bedarf anpassen möchten. Natürlich sind gesundheitliche Probleme letztlich nur bedingt vorhersehbar.

Zusatzversicherung hat Vorteile für Versicherte

Wer jedoch zum Beispiel bereits Brillen- oder Kontaktlinsenträger ist, kann in Zukunft durchaus von einer Verschlechterung der Sehfähigkeit ausgehen. Eine entsprechende Zusatzversicherung kann den Eigenanteil an den Kosten erheblich reduzieren.

Auch für kommende Aufenthalte im Spital können Versicherte durch eine Bonusversicherung für mehr Versorgungsqualität sorgen. Gerade auch im Hinblick, dass Sie im Falle einer normalen Grundversicherung über die Krankenkasse an den beimischen Kanton gebunden sind. Zusatzkosten für die freie Auswahl eines geeigneten Spitals in der Schweiz insgesamt können über eine Zusatzversicherung verhindert werden, sodass Sie sich die bestmögliche Behandlung sichern können.

Zusatzversicherung & Krankenkasse: Aktueller Anbieter muss nicht erste Wahl sein

Rein bürokratisch mag es nahe liegen, die Zusatzversicherung und Krankenkasse vom selben Anbieter in Anspruch zu nehmen. Dieser Schritt kann, muss aber nicht die richtige Wahl sein. Wegen der schon mehrfach erwähnten Leistungsdifferenzen und natürlich der Versicherungsprämien sollten Sie generell unvoreingenommen an die Auswahl der Police herangehen – selbst wenn Sie mit dem Grundversicherungs-Dienstleister an sich rundum zufrieden sind, sollten Sie Alternativ-Angebote nicht generell ausschließen. Denn dann würden Sie möglicherweise freiwillig auf bessere Leistungen bei geringerer Prämie verzichten.

Es gibt zwei Zusatzversicherungs-Optionen:

  • ambulante Policen
  • Spitalversicherungen

Diese beiden Gruppen der Spitalversicherung und der ambulanten Zusatzversicherung bilden den Kern der Bonusversicherungen innerhalb des Gesundheitssystems der Schweiz. Auch wenn jedes Produkt der Branche einer der beiden Rubriken zugeordnet werden kann, variieren die Leistungen innerhalb dieser Bereiche doch deutlich.

Mehrere Dutzend Versicherer sprechen Schweizer Kunden an

Je spezieller Ihr Bedarf in diesem Zusammenhang, desto sinnvoller ist die gezielte Anfrage an den Versicherungsanbieter vor Buchung einer Zusatzversicherung. Krankenkassen treffen allerdings heutzutage auf ihren Internetseiten meist schon genaue Aussagen zum Leistungsbereich ihrer Bonusversicherung.

Die Kostenübernahme im Falle einer notwendigen Behandlung durch einen Psychiater oder Psychologen gehört ebenso standardmäßig zu den Inklusivleistungen vieler Zusatzversicherungen. Krankenkassen übernehmen solche spätestens bei dauerhaftem Behandlungsbedarf durchaus. Aus der eigenen Tasche können sich viele Grundversicherte die Sitzungen bei diesen Experten sonst nicht leisten, denn die Kosten für eine langwierige Therapie sind nicht zu unterschätzen. Die Lektüre der Leistungskataloge ist schon allein wegen der abweichenden Details und Besonderheiten der Dienstleister ratsam.

Schließlich umfasst der Markt in der Schweiz nach aktuellen Erhebungen von mehr als 50 Krankenkassen, die eine Zusatzversicherung anbieten. Die Leistungen fallen dabei oft identisch aus, während die Versicherungsprämien teils erheblich schwanken. Zudem ist nicht jeder Versicherer im gesamten Land tätig, sondern begrenzt sein Portfolio vielleicht auf einen oder einige wenige Schweizer Kantone.

Mit diesen Überlegungen sollten sich Interessenten befassen

In welchen Fällen lohnt es sich nun, zur normalen Krankenkasse Zusatzversicherungen abzuschließen? Hier sind zahlreiche Aspekte zu nennen. Einige fassen wir nachfolgend zusammen, weiter unten sollen sich dann weitere Details zu einzelnen Leistungen anschließen.

Stellen Sie sich im ersten Schritt diese wesentlichen Fragen:

  • Lege ich Wert auf eine alternative medizinische Versorgung wie Akupunktur, Homöopathie oder Behandlungen durch einen Experten für Traditionelle Chinesische Medizin?
  • Möchte ich im Spital nicht nur einen in Ausbildung befindlichen Assistenzarzt, sondern durch den Oberarzt oder gar Chefarzt behandelt werden?
  • Ist mir die Unterbringung im Einzelzimmer bei einem Spitalaufenthalt wichtig?
  • Gibt es einen Anlass für eine baldige ambulante psychologische Behandlung oder eine stationäre Unterbringung in der Psychiatrie?
  • Haben Sie bereits in der Vergangenheit größere zahnmedizinische Behandlungen durchlaufen, sodass von weiterem Bedarf in der Zukunft auszugehen ist?
  • Verbringe ich regelmäßig Zeit im Ausland?

Gerade das Thema der Zahnbehandlungen ist ein wesentlicher Faktor, der die Haushaltskasse vieler Versicherter massiv belastet, wenn es zu Problemen kommt. Hier kann die Zusatzversicherung Krankenkassen Leistungen (bzw. fehlende, denn Leistungen in diesem Bereich werden nicht allein in der Schweiz seit Jahren stetig zurückgefahren) ergänzen und fehlende Kostenübernahmen durch die obligatorische Grundversicherung ausgleichen.

Apropos

Bewusst auswählende Versicherte achten darauf, dass nicht nur Zuzahlungen zur Abrechnung vom Zahnarzt gesichert sind. Auch und gerade bei Behandlungen durch einen Kieferorthopäden oder Kieferchirurgen erreichen die Kosten schnell regelrecht astronomische Höhen. Hier stellt eine entsprechend ausgerichtete Zusatzversicherung Krankenkasse mittlerweile doch deutlich in den Schatten. Für den Nachwuchs sind Zahnkorrekturenversicherungen meist eine lohnende Investition.

Einige Leistungen, die eine Zusatzversicherung statt der Krankenkasse übernehmen, sind:

  • Vorsorgemaßnahmen (regelmäßige Erholungskuren, Fitnesskurse, Entspannungsprogramme, Sportstudio, Yoga, etc.)
  • Kostenbeteiligungen bei Spital-Behandlungen → im In- und Ausland
  • wichtige Impfungen (zum Beispiel die Grippeschutzimpfung zur typischen Saison)
  • Beteiligung oder vollständige Erstattung von Brillen- oder Kontaktlinsenkosten
  • Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe
  • Pflegekosten für die Betreuung in den eigenen vier Wänden
  • freie Wahl des Arztes außerhalb des Heimatkantons
  • Kostenübernahme nach Unfällen für Rettung, Bergung und Rücktransport in die Heimat
  • Medikamentenkosten-Erstattung (für Präparate, die nicht die Krankenkasse übernimmt)

Die sogenannten „Spitalversicherungen“ sind schon deshalb von Interesse, weil die Behandlungskosten im Einzelfall nur im Heimat-Kanton übernommen werden. Eine Krankenkassen-Zusatzversicherung erlaubt ihren Patienten je nach Vertragsvereinbarungen den Besuch und die Behandlung durch spezialisierte Experten in Spitälern außerhalb des Wohnkantons oder sogar außerhalb der Schweiz. Verschiedene Versicherer werben sogar mit der Übernahme von Aufenthalts- und Behandlungskosten im Zusammenhang mit Einrichtungen im europäischen Ausland. Hier sollten Sie bei Bedarf allerdings noch genauer vergleichen und im Zweifelsfall eine Anfrage an die Kundenbetreuung richten, um verlässliche Informationen zu erhalten.

Daten zu Beruf, Gesundheit und Alter spielen eine Rolle

Die Kosten für eine die Krankenkasse ergänzende Zusatzversicherung sind oftmals vergleichsweise gering im Direktvergleich zur Grundversicherung. Allerdings entscheiden die tatsächlich vereinbarten Leistungen über die Prämienhöhe. Dafür aber können Versicherungsnehmer meist sehr genau festlegen, welchen Versicherungsschutz sie sich wünschen. Die Dienstleister ermitteln im Gegenzug eine Prämie, die dem Leistungsumfang nach dem Baukastensystem entspricht. Was sich neben den Wunschleistungen auf die Kosten auswirkt, ist wie schon einmal kurz erwähnt die individuelle Lebenssituation. Nicht nur dass Anbieter von Zusatzversicherungen anders als Grundversicherer Anträge ablehnen dürfen: Sie nehmen auch grundsätzlich eine genaue Risikoanalyse vor.

Einfluss auf die Prämien haben beispielsweise diese Kriterien:

  • der Wohnkanton
  • die gesundheitliche Vorgeschichte
  • riskante Freizeitbeschäftigungen → Fallschirmspringen, Bungee und allgemein Extremsportarten
  • der Beruf
  • Rauchen
  • das Geschlecht
  • das Alter

Sehr zum Leidwesen vieler Interessenten für eine Krankenkassen-Zusatzversicherung sind Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma und ähnlichen Beschwerden ein Versicherungsrisiko. Sofern Ihr Antrag mit diesen Erkrankungen nicht abgelehnt wird, so müssen Sie doch mit überdurchschnittlich hohen Versicherungsprämien rechnen. Die Herren der Schöpfung gelten gerade in jungen Jahren oftmals als risikofreudiger, was Versicherte unter anderem von der Kfz-Versicherung kennen.

Info

Gerade Extremsportler, Menschen in sehr anstrengenden und gefährlichen Berufen sowie Raucher können sich zwar zusatzversichern, zahlen aber im Normalfall wesentlich mehr als Versicherte, die ein „normales“ Leben führen, auf ihre Gesundheit achten und nicht dem Glimmstängel verfallen sind. Ab einem gewissen Alter schlägt der Versicherungsschutz ohnehin mit höheren Beiträgen zu Buche.

Alternativmedizin und -medikamente als Policen-Bestandteil

Es gibt aber dennoch einige typische Leistungen, die bei vielen Versicherern Teil des Leistungskatalogs sind. Dazu gehören unter anderem Kosten für die folgenden Leistungen von nicht über die Grundversicherung finanzierten Medikamenten über Zahnbehandlungen bis hin zu alternativ-medizinischen Behandlungen und vielen anderen Themen. In der Tat übernehmen viele Zusatzversicherungen solche Medikamentenkosten, auch wenn diese von einem Arzt für Naturheilkunde oder andere Arten der Komplementärmedizin verordnet wurden.

Welche Medikamente unter den ergänzenden Versicherungsschutz im Einzelnen fallen, entnehmen Versicherte in spe den jeweiligen Allgemeinen Versicherungsbedingungen. Versicherer legen den genauen Rahmen selbst fest und sind in diesem Punkt nicht an Richtlinien des Gesetzgebers gebunden.

Beispiel: Ritalin als Medikament

Ein beliebtes Exempel für ein Medikament, das betroffenen Patienten helfen kann, aber finanziell nicht über die obligatorische Krankenversicherung bezahlt wird: das mitunter umstrittene Ritalin. Vielen Kindern und Jugendlichen mit ADHS sowie erwachsenen Versicherten mit ADS ist das Präparat dennoch eine Erleichterung im Alltag. Um Sinn und Unsinn einer solchen Medikation soll es hier gar nicht gehen. Auf der Liste etlicher Zusatzversicherer jedenfalls ist das Medikament zu finden.

Erweiterter Versicherungsschutz gerade im Ausland wichtig

Gleichermaßen können Versichert Krankenkasse-Zusatzversicherungen abschließen, die für Auslandsaufenthalte bestmögliche Leistungen garantiert. Auch an dieser Stelle drohen bei Krankheit und Unfall sonst teils sehr hohe Kosten, die sich keineswegs jeder Reisende allein aus der eigenen Reisekasse leisten könnte.

Wissenswertes
Etwa vier von fünf Versicherten in der Schweiz vertrauen auf die normale Krankenkasse samt Zusatzversicherung!

Wichtig ist generell ein ausführlicher und insbesondere objektive Zusatzversicherung-Vergleich, denn anders als bei der Grundversicherung fallen die Leistungen bei verschiedenen Kassen recht unterschiedlich aus. Und gerade auch bei den Altersobergrenzen sowie beim Umfang der Gesundheitsfragen gibt es abweichende Rahmenbedingungen.

Sie sind zu alt oder leiden an bestimmten akuten oder chronischen Erkrankungen? Dann ist eine Ablehnung durchaus denkbar.  Zumindest können Prämien wesentlich höher angesetzt werden, wenn Antragsteller ein gewisses Alter erreicht haben. Übrigens beziehen sich die Fragen auch auf Risikofaktoren wie etwa das Rauchen, Übergewicht; das Geschlecht spielt ebenfalls eine Rolle. Von Fall zu Fall offerieren Versicherer ihren Antragstellern nur eingeschränkte Leistungen.

Spital- und Reiseversicherungen – wie sinnvoll sind sie?

Ein früher Abschluss – vor Auftreten schwerwiegender Krankheiten – ist immer von Vorteil. Risikoberufe sind immer wieder ein schmerzlicher Kostenfaktor. Versicherer gehen hierbei vom typischen statistischen Risiko typischer Berufskrankheiten aus. Dachdecker, Bauarbeiter und andere Berufsgruppen des Handwerks sind Risiko-Versicherungsnehmer. Zunehmend gelten auch Versicherungsnehmer in größtenteils sitzender Tätigkeit als Kostenfaktor für die Zusatzversicherung und Krankenkasse mit normalen Leistungsumfang.

Was die Notwendigkeit von Reiseversicherungen als eine Variante der Zusatzversicherung zur Krankenkasse angeht, sind sich die Experten oft nicht durchweg einig. Richtig scheint, dass es gerade bei Fernreisen auf andere Kontinente sinnvoll sein kann, eine spezielle Police abzuschließen. Normalerweise trägt die Versicherung ansonsten die Kosten, die bei maximal 50 Prozent der in der Schweiz per Grundversicherung abgedeckten Beträge liegen.

Reiseversicherung als Zusatzversicherung
Reiseversicherung als Zusatzversicherung: Ist sie außerhalb der Schweiz wichtig?

Angesichts der recht hohen systemischen Kosten in der Schweiz reicht diese Obergrenze beim Auslandsaufenthalt in vielen Fällen aus. Wer in eher ländlichen Gegenden lebt, tut gut daran, sich mit einer Spitalversicherung als Extraschutz zu beschäftigen. Schließlich haben die renommierten Universitätsspitäler ihren Sitz in den Metropolen des Landes, in denen die eigene Grundversicherung jedoch meist keine Kostenregulierung garantiert.

Tarife variieren im Zusatzversicherung-Vergleich oft dramatisch

  • Preislich bewegen sich Krankenkassen-Zusatzversicherungen in einem relativ fairen Rahmen. Der Bedarf gibt vor, wo die Prämien am Ende in etwa angesiedelt sein werden. Für junge Personen im Alter bis etwa 25 Jahre gibt es den individuellen Komplettschutz mitunter bereits für etwa 30 bis 50 Franken pro Monat.
  • Premiumpakete mit Rund-um-sorglos-Schutz können bis zu 100 Franken pro Monat kosten. Für ein paar Franken monatlich gibt es bei vielen Versicherern bereits Zahnkorrektur-Angebote für Kinder und Jugendliche. Je größer die Ansprüche und je umfassender die Zusatzversicherung gestaltet werden soll, desto höher werden die Kosten pro Monat/Jahr ausfallen.
  • Je nach Anspruch an die Policen können Sie Ihren Bedarf an Leistungen bereits mit unter zehn Franken monatlich decken.
  • In den letzten Jahren ist ein Anstieg der Prämien zu beobachten wie die allgemeine Preisentwicklung der Krankenkassen zeigt.

Ausreißer nach oben und unten gibt es natürlich bei den Prämien für die Zusatzversicherung. Krankenkasse-Versicherte kennen diese zum Teil gravierenden Abweichungen. In jedem Fall sollten Sie sich vor Abschluss die Testergebnisse der Krankenkasse anschauen.

Was versteckt sich hinter „halbprivaten“ Zusatzversicherungen?

Begegnen wird versicherungswilligen Versicherten zudem der Begriff „halbprivat“, wenn Sie sich mit einem Krankenkassen- und Zusatzversicherung-Vergleich befassen.

Wichtig

Die Spitalversicherung ist nicht generell ein solcher Versicherungsschutz, halbprivate Policen spielen aber gerade hier eine Rolle. Wer sich auf diese Weise zusatzversichert, sorgt dafür, dass sie sich frei für einen Arzt entscheiden können und zudem die Kostenübernahme für eine Unterbringung im Zweibettzimmer durch den Versicherer gesichert ist. Gerade bei schwereren Krankheiten erweist sich dieser Extra-Versicherungschutz als vorteilhaft. Selbst wenn Versicherungsnehmer in öffentlichen Spitälern behandelt werden, wird die Behandlung hier normalerweise durch Oberärzte vorgenommen statt durch den „normalen“ Stationsarzt.

Die halbprivate Krankenkasse bietet aber noch weitere Vorteile, wobei Sie zwingend auch die möglichen Gegenargumente gegen diese Art Versicherungsschutz kennen sollten. Die umfangreichere Privatsphäre ist für viele Interessenten das Hauptargument, um sich nicht mit drei oder mehr Personen teilen zu müssen. Neben der Oberarztbehandlung ermöglicht mancher Krankenkassen-Zusatzversicherung die Durchführung von Operationen durch den Chefarzt.

In einigen Fällen gehören diese Leistungen bereits zum Service der Grundversicherung, da mancher Versicherer Neukunden mit Extras zum normalen Leistungskatalog umwirbt. Bevor Versicherte einen ergänzenden Schutz buchen, sollte also geprüft werden, ob die Police bereits Leistungen einer halbprivaten Zusatzversicherung umfasst.

Ansonsten sind einige Vorteile dieser Alternative:

  • freie halbprivate Spitalwahl in der gesamten Schweiz
  • mehr Komfort im Zweibettzimmer
  • vielfach schnellere Terminorganisation beim Spezialisten/Facharzt
  • Zuzahlungen (teils Komplettübernahmen) bei Kosten für Haushaltshilfen, Kuren, etc.
  • Zweitmeinungsservice für weitere Untersuchungen durch renommierte Experten
  • häufig vergleichbare Leistungen im Ausland

Insbesondere bei Notfällen (im Ausland) oder bevorstehenden Spitalaufenhalten erweist sich die halbprivate Zusatzversicherung als gute Lösung.

Kostenübernahme für Behandlung in allgemeinen Abteilungen mittlerweile Standard

Während es bei der ambulanten Bonusversicherung weitgehend um die individuelle Festlegung wichtiger Einzel-Leistungen geht, sollten Versicherte rund um die Spitalversicherung noch einige weitere Details zur Kenntnis nehmen. Der Grund: Im Jahr 2012 wurde vom Gesetzgeber ein Novum eingeführt. Seit diesem Jahr sind Krankenkassen gezwungen, Kosten für Behandlungen auch außerhalb des Wohnkantons der Versicherten zu übernehmen, sofern es sich um Behandlungen in der allgemeinen Abteilung eines Spitals handelt. Allerdings betrifft diese Vorgabe nur Spitäler, die auf einer entsprechenden Liste außerkantonaler Einrichtungen geführt werden. Ist dies bei Spitälern, denen Versicherte den Vorzug geben würden, nicht der Fall, erweist sich eine Krankenkassen-Zusatzversicherung mit dem Namenszusatz „Allgemeine Abteilung ganze Schweiz“ als gute Ergänzung zur Grundversicherung. Andernfalls können hohe Mehrkosten entstehen.

Denken Sie daran
Bei allen Zusatzversicherungen können von Seiten der Dienstleister Karenzzeiten vorgesehen sein. Sie bedeuten, dass erst nach Ablauf einer vorgegebenen Wartezeit Leistungen in Anspruch genommen werden können. Ein Ärgernis ist dies in besonderer Weise für Schwangere und Patienten, deren Behandlung chronischer Erkrankungen eigentlich von der Versicherung übernommen würde – aber eben erst nach Verstreichen der anfänglichen Frist nach Vertragsabschluss. Die Wartezeiten können im Einzelfall zwischen drei und 12 Monaten liegen. Paare, die eine Schwangerschaft planen, sollten den Abschluss einer Krankenkassen Zusatzversicherung am besten in die Vorbereitungsphase mit einbeziehen. Ganz gleich, ob ein halb- oder vollständig privater Versicherungsschutz das Mittel der Wahl sein soll.
Übrigens
Wie bei der normalen Grundversicherung sehen die Spitalversicherungen Franchisen vor, zwischen denen Versicherte wählen können!

Die Höhe der ausgewählten Franchise hat in diesem Fall ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämien. Halbversichert oder vollversichert? Gerade bei Spitalzusatzversicherungen für die stationäre Versorgung will die Auswahl mit Bedacht erfolgen. Selbstbehalte wirken sich außerdem auf die Gesamtkosten pro Jahr für den Versicherungsschutz aus. Einige Versicherer setzen auf sogenannte Flexmodelle als weitere Alternative zu  Halbprivat- und Privatversicherungen. In diesen Fällen entscheiden Versicherungsnehmer im Vorfeld der stationären Aufnahme im Spital, welche Station die Behandlung übernehmen soll. Die Allgemeine Station bietet in der Regel ausreichende Versorgung bei kurzen und eher harmlosen Erkrankungen und Behandlungen.

Die Chefarztbetreuung bevorzugen Versicherte bei diesen Policen wiederum, wenn es sich um längere Aufenthalte und schwerere (riskantere) Eingriffe handelt. Für die ergänzende Wahloption wird eine weitere Prämie fällig. Höhere Selbstbehalte ziehen bei etlichen Versicherern eine geringere Prämie für die Krankenkassen-Zusatzversicherung nach sich.

Was sollte ich bei der Kündigung der Zusatzversicherung beachten?

Zusatzversicherung kündigen und wechseln

Über den Sinn und Unsinn von Zusatzversicherungen kann angesichts der umfangreichen Leistungen eigentlich nicht diskutiert werden. Nicht ohne Grund vertrauen Millionen Versicherte in der Schweiz in der einen oder anderen Form auf die Erweiterung der Krankenkasse mittels Zusatzversicherung. Die Konditionen für die einzelnen Angebote für die freiwillige Absicherung können sich von Zeit zu Zeit verändern. Ein gutes Argument, die Zusatzversicherung kündigen und einen Wechsel vornehmen zu wollen.

Sie wollen Ihre Krankenkasse kündigen? Dann schauen Sie hier rein: Krankenkasse kündigen

Im ersten Schritt kann hierzu gesagt werden, dass – bei gleichzeitiger Führung der Grundversicherung und einer Bonusversicherung bei ein und demselben Versicherer – nicht zugleich die Zusatzversicherung gekündigt werden muss, wenn die Krankenkasse gewechselt werden soll. Auch wenn Sie beide Policen beim selben Anbieter abgeschlossen haben, kann eine getrennte Kündigung vorgenommen werden.

Soll der Vertrag zur Zusatzversicherung aufgelöst werden, gilt in den allermeisten Fällen eine dreimonatige Kündigungsfrist bis zum Ende des derzeitigen Kalenderjahrs. Kurzum: Wer kündigen möchte, muss dies meist bis Ende September erledigt haben. Allerdings sind auch davon abweichende Fristen denkbar. Prüfen Sie vor Buchung einer anderen Zusatzversicherung also, wann Sie aus dem Altvertrag aussteigen können.

Andernfalls zahlen Sie vielleicht eine Zeit lang für zwei Versicherungspolicen, von denen eine überflüssig ist. Der Gesetzgeber sieht also keine einheitlichen Regelungen fürs Kündigen vor bei der Zusatzversicherung. Krankenkasse-Kunden hingegen wissen sehr genau, wann sie Verträge auflösen können.

Krankenkasse wechseln – Frist beachten

Wie immer gibt es auch hier zwei Varianten der Kündigung, diese sind:

  • die ordentliche Kündigung
  • die außerordentliche Kündigung

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät explizit zur genauen Vertragslektüre wegen der abweichenden Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen, die durchaus auch bei sechs Monaten liegen können. Gängig sind Mindestlaufzeiten von einem Jahr und einer Dreimonatsfrist für die Kündigung wie gesagt, eine dahingehende Bindung per Gesetz gibt es aber eben nicht. Kunden, die besonders flexibel bleiben möchten, halten im Zusatzversicherung-Vergleich sinnvollerweise bewusst Ausschau nach kürzeren Mindestlaufzeiten und kürzeren Kündigungsfristen.

Wann kann außerordentlich gekündigt werden?

Vereinzelt erlauben Versicherer die Kündigung sogar zu zwei Fristen während des Kalenderjahrs, sodass Sie – wie teilweise bei der Krankenkasse – Zusatzversicherungen auch zu Ende Juni verlassen können. Die Option der außerordentlichen Kündigung greift immer, wenn die Versicherer die Prämien anhebt. Dabei können Sie die Police aber nicht allein bei einer allgemeinen Anhebung der Beiträge kündigen. Steht der Versicherungswechsel in eine höhere Altersklasse bevor, kann wegen der damit verbundenen Prämienanhebung ebenso die Kündigung durch Versicherte jenseits der normalen Fristen ausgesprochen werden.

Die höhere Prämie muss in diesem Fall ausdrücklich als Kündigungsgrund genannt werden. Der Stichtag für den Beginn der Sonderkündigungsfrist dient der Tag, an dem Versicherungsnehmer die Mitteilung zur Prämien-Erhöhung erhalten haben. Einmal mehr schwanken die Fristen abhängig vom Vertrag und Versicherer. Die Mitteilungen müssen frühzeitig beim Kunden eingehen, wie schnell Sie reagieren müssen, entnehmen Sie dem Versicherungsvertrag. Unter Umständen muss die außerordentliche Kündigung schon ein halbes Jahr vor Inkrafttreten der Erhöhung beim Sachbearbeiter landen.

Anschreiben zur Kündigung der Zusatzversicherung sind rasch erstellt

Was das Kündigungsschreiben an sich angeht, ist das Einhalten der Frist letztlich die einzig wirkliche Herausforderung. Ins Anschreiben gehören ansonsten dieselben Daten wie bei der normalen Grundversicherung, sollten Sie diese wechseln wollen. Das relevante Datum ist der Termin des Posteingangs, nicht des Absendens durch Versicherte. Schriftliche Kündigungen sind bisher weitgehend obligatorisch.

Unser Tipp

Versenden Sie Kündigungsschreiben für Zusatzversicherung, Krankenkasse und andere Policen ausschließlich per Einschreiben!

Diese Daten gehören in Ihr Kündigungsschreiben:

  • die eigene Adresse sowie die Anschrift des Versicherungsunternehmens
  • der genaue Name der gebuchten Zusatzversicherung
  • der Termin zur Kündigung (beste Formulierung: „zum nächstmöglichen Termin“)
  • das aktuelle Datum sowie die eigene Unterschrift
Nicht vergessen

Versicherer sollen Ihnen die Kündigung unbedingt bestätigen. Ein Kündigungsgrund ist lediglich bei außerordentlichen Vertragsauflösungen notwendig. Musterformulare erleichtern Versicherungskunden den Ausstieg aus dem aktuellen Vertrag, wenn diese ausnahmslos alle relevanten Informationen abfragen. So können Sie die Zusatzversicherung wie Krankenkassen innerhalb weniger Minuten wechseln. Den unverbindlichen Antrag für die neue Wunsch-Versicherung sollten Sie vor der Kündigung stellen. So riskieren Sie, dass Sie wegen einer Ablehnung des Neuantrags unerwartet ohne den erhofften Versicherungsschutz dastehen.