Preisentwicklung für Prämien der Krankenkassen

Schaut man sich die Entwicklungen für die Prämien der Krankenkassen in der Schweiz gezielt an, zeichnet sich wie überall ein recht klare Aufwärtstrend ab. Allein der Blick auf die Daten für das Jahr 2018 zeigt, wohin die Reise geht. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) stiegen die Prämien im Fall der Grundversicherung für erwachsene Versicherte im Schnitt um 4,0 Prozent.

Der Versicherungsschutz für jüngere Versicherungsnehmer ist sogar um durchschnittlich 5,0 Prozent gestiegen. Und diese Entwicklung ist keineswegs eine Ausnahme. Auch in den Jahren zuvor waren Zuwächse bei den Beiträgen deutlich erkennbar im Krankenkassenvergleich zur Grundversicherung.

Krankenkassenprämien steigen jährlich

Welchen Anstieg der Prämien für die Krankenkasse gab es in den letzten Jahren?

Ein gutes Beispiel im Hinblick auf die Krankenkasse Preisentwicklung über die letzten Jahre mit direktem zeitlichem Bezug ist auch das Jahr 2017, ohne zwingend umfangreiche historische Daten auswerten zu müssen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beziehungsweise der Schweizer Bundesrat gab vor einiger Zeit für das Jahr 2017 einen durchschnittlichen Kostenanstieg bei der Standardprämie der Grundversicherung für erwachsene Versicherungsnehmer von 4,5 Prozent bekannt. Dies entspricht im Durchschnitt einem Plus von etwas über 19 Franken pro Monat. Aufs Jahr gerechnet stellt dies für viele Versicherte mit eher geringen Einkommen durchaus eine deutliche Mehrbelastung dar.

Zum Vergleich
2016 lag der Zuwachs bei knapp 4,0 %, was im Vorjahresvergleich ebenfalls belastend war, auch wenn in den einzelnen Kantonen Hilfestellungen für Haushalte mit niedrigeren Einkünften erhältlich sind – entweder automatisch oder auf Antrag in Eigeninitiative der Versicherten.

Deutlicher Kostenzuwachs binnen zweier Jahrzehnte

Innerhalb einer Zeitspanne von 22 Jahren seit 1996 zeigt sich in aktuellen Analysen von Versicherungsexperten ein Anstieg um mehr als 100 Prozent. Dieser Zeitraum wird oft angeführt, weil im besagten Jahr 1996 das Schweizer Krankenversicherungsgesetz in Kraft getreten war. Schon damals kritisierten viele Verbraucherschützer die steigenden Kosten als wirtschaftliche Problematik aus Sicht der Krankenversicherten im Lande. An der Kritik hat sich wenig geändert, auch nach der Einführung des Gesetzes kommt es immer wieder zu Kostensteigerungen. Wie in anderen Ländern Europas erklären sich die Mehrkosten nicht zuletzt durch den oft erwähnten demografischen Wandel.

Statistik: Prämienanstieg von 4,6 Prozent/Jahr
Auch der Fortschritt in Medizinsektor führt zu höheren Ausgaben im Gesundheitswesen – seit 1996 bezifferten die Gesundheitsminister der Schweiz die Prämienanstiege im Durchschnitt auf 4,6 Prozent. Die Krankenkassen-Preisentwicklung über die letzten Jahre im Ausland sieht ähnlich aus, wobei es durchaus einige Länder gibt, in denen die Regierungen die Schwierigkeiten besser in den Griff bekommen haben durch klare rechtliche Kontrollen und Massnahmen.

Wovon hängt die Preisentwicklung bei den Krankenkassen ab?

Prämienunterschiede zeigen sich gerade zwischen den Kantonen

Auffallend ist in aktuellen Auswertungen zur Preisentwicklung der Krankenkassen über die letzten Jahre aber noch einiges mehr als die reine durchschnittliche Anhebung der Prämien durch die Versicherer. Riskiert man einen Ausblick in die Details in den verschiedenen Kantons, präsentiert sich vor allem ein Faktum: Die Kostenanstiege variieren zwischen den Kantonen teils dramatisch.

Mancherorts sind die Erwachsenen-Beiträge pro Jahr „nur“ im 3,5 % gestiegen, während die durchschnittlichen Erhöhungen bei identischem Versicherungsschutz und gleicher Franchise für Erwachsene in anderen Regionen bei mehr als sieben Prozent liegen. Das Plus bei Prämien für Kinder bewegte sich sogar in einem Bereich von mehr als 6,5 % pro Jahr in der Vergangenheit. Ein guter Grund, um regelmässig vom Kündigungs- und Wechselrecht für die Grundversicherung der Krankenkasse wie auch bei Bonusversicherungen Gebrauch zu machen.

Wichtig für diesen Vergleich ist natürlich, dass Angebote auch wirklich vergleichbar sind. Dies bedeutet im Klartext, dass die Rahmenbedingungen zwischen Policen identisch sein müssen.

Wichtige Parameter für den Krankenkassenvergleich sind:

  • die Franchise
  • der Kanton
  • das Versicherungsmodell
  • der Versicherungsschutz → inkl. Versicherungsschutz für Nachwuchs und Unfallversicherung

Beim Versicherungsmodell lassen sich in der Schweiz je nach Angebot verschiedene Unterschiede erkennen. Neben der klassischen Grundversicherung gibt es schliesslich unter anderem das Telmed-Modell, bei dem Versicherte zunächst eine Hotline ihrer Versicherung kontaktieren, statt bei Beschwerden direkt einen Hausarzt oder gar einen Facharzt aufzusuchen.

Das Krankenkasse-Modell ist entscheidend bei den Prämien

Weiterhin gibt es als Alternative zur Standardversicherung ein Hausarzt-Modell, bei dem Versicherungsnehmer einen festen Arzt für die Betreuung festlegt. Je nach Versicherer kann dieser Hausarzt frei oder von einer Liste von Kooperationspraxen der Versicherungen ausgewählt werden. Dieser Arzt koordiniert dann alle erforderlichen Behandlungen oder entscheidet, ob Einweisungen ins Spital erforderlich sind. Ein anderes Format trägt den Namen „Health Maintenance Organization“ (HMO). Hierbei geht es um Zentren, in denen unterschiedliche Fachrichtungen zusammen arbeiten.

Seit einiger Zeit gibt es zudem ein Grundversicherungsmodell, bei dem Apotheker die erste Anlaufstelle sind. Oftmals braucht es nicht direkt den Gang zum Arzt.

Bei den Alternativmodellen sollten die individuellen Vorstellungen vom Versicherungsschutz die Hauptrolle. Versicherte, die sich für ein anderes Angebot als die Standardgrundversicherung entscheiden, können vielfach bis zu 25 Prozent der normalen Versicherungsprämien einsparen.

Versicherer nennen steigende Behandlungskosten als zentralen Grund

Freilich sieht die Krankenkassen-Preisentwicklung über die letzten Jahre in diesen Bereichen vergleichbar aus – auch dort sind die Kosten für Versicherte flächendeckend gestiegen, was die Versicherungsgesellschaften mit den immer weiter steigenden Ausgaben für die medizinische Versorgung erklären.

Preisentwicklung für Standardprämie

Die Standardprämie für erwachsene Versicherte im Alter ab 26 Jahren beim Einschluss der Unfallversicherung (welche sich abhängig beschäftigte Berufstätige in aller Regel aufgrund einer Absicherung durch den Arbeitgeber sparen können) bei einer Franchise von 300 Franken bewegte sich je nach Kanton in einem Rahmen von knapp 350 Franken und fast 570 Franken.

Wer in die Schweiz zieht und nicht aus beruflichen Gründen zwingend einen bestimmten Wohnort bevorzugen muss, kann durch die bewusste Auswahl der neuen Heimat also grossen Einfluss auf die Investitionen in den eigenen Versicherungsschutz nehmen.

Wie werden sich die Versicherungskosten in Zukunft entwickeln?

Dass die Krankenkassen-Preisentwicklung über die letzten Jahre nach oben zeigt, ist aber insgesamt ein klarer Fingerzeig dahingehend, dass sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Eine Rückkehr zu den Prämien von vor zehn oder 20 Jahren ist im Grunde ausgeschlossen. Versicherte sind dementsprechend in der Verantwortung, sich um die eigenen Belange zu kümmern.  Daran ändert auch der Widerstand von Interessenvertretern wie dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) wenig, der in schöner Regelmässigkeit auf die steigenden Prämien als erhebliche Belastung für die Haushalte im Land verweist. Verbraucherschützer kritisieren ihrerseits das regelrechte Explodieren bei den Prämien für die Krankenkasse.

Ein Beispiel

Eine Familie mit zwei Kindern muss mittlerweile etwa 280 Franken monatlich mehr an die Krankenkasse überweisen, als es noch vor etwa einem Jahrzehnt der Fall war.

Wie kann ich der Preisentwicklung der Krankenkassen mit einem Vergleich entgegenwirken?

Grundversicherungsprämien unabhängig von Alter und Gesundheitszustand

Die Auswirkungen der Rabatte, mit denen Versicherer werben, hinterlassen eben nicht bei allen Kunden und in allen Regionen der Schweiz einen positiven bleibenden Eindruck. Dass einige Kassen sogar Anhebungen um mehr als 20 Prozent für die kommenden Jahre – wohl gemerkt pro Jahr – ankündigen, sollte Versicherungsnehmer in Alarmbereitschaft versetzen und einmal mehr zeigen, wie wichtig und lohnend regelmässige Krankenkassen Vergleiche für Verbraucher sein können.

Das Recht zum Wechseln der Krankenkasse hat schliesslich jeder Kunde unter Einhaltung der geltenden Kündigungsfristen, die vom Gesetzgeber in weiten Teilen vorgegeben werden. Das Alter und der gesundheitliche Zustand haben bei Aufnahme in eine neue Krankenkasse keinen Einfluss auf das Leistungsspektrum. Alle Versicherte erhalten dieselben vom Staat vorgeschriebenen Leistungen. Versicherer dürfen Anträge im Falle der Krankenkasse als Grundversicherungsmodell nicht ablehnen.

Achtung!
Bei freiwilligen Bonus- und Zusatzversicherungen können Aufnahmeregeln definiert werden! Versicherer dürfen Anträge ablehnen und Prämien in Abhängigkeit von Alter und Vorerkrankungen ansetzen.

Franchise als ein Instrument zur Senkung der Prämien

Interessant wird es beim Blick auf die Krankenkassen-Preisentwicklung über die letzten Jahre, wenn man sich anschaut, auf welche Versicherten seit Jahren besonders hohe Erhöhungen warten. Studien zeigen, dass es gerade die Menschen sind, die eine hohe Franchise vereinbaren und selten einen Arzt aufsuchen, die deutliche Mehrkosten hinnehmen müssen. Dabei ist es eben dieser Kundenkreis, der sich von der maximalen Franchise von 2500 Franken niedrige Prämien verspricht.

Die prozentualen Prämienanstiege fallen aber genau in diesem Bereich höher als bei Versicherten mit niedrigeren Franchisen aus. Teils kratzen die jährlichen Aufschläge an dieser Stelle sogar an der Marke von 9,0 % im Vorjahresvergleich. Bei den Alternativmodellen sind zwar seit Jahren ebenfalls bei höhere Franchisen stärkere Anhebungen zu erkennen, sie fallen aber weniger gravierend aus.

Verschiedene Versicherungsmodelle der Grundversicherung

Abgesehen davon, dass hier einmal mehr der Kanton sowie die individuelle Vorgehensweise der Versicherer den Ausschlag über die Werte geben. Relativ preiswert können sich Verbraucher vielerorts über das HMO-Modell versichern – eine pauschale Regel lässt sich daraus aber selbstredend nicht ableiten. Oft sind es gerade die beliebten Kantone Luzern, Zürich und Basel, in denen Versicherte im Durchschnitt auf Basis der  Krankenkassen-Preisentwicklung über die letzten Jahre am meisten für ihren Versicherungsschutz zahlen mussten.

Ausnahmen bestätigen die Regel, denn in Basel fallen die durchschnittlichen Aufschläge auf die Versicherungsprämien im Jahr 2017 überraschenderweise weniger hoch aus für Versicherte ab 26 Jahren aufwärts. In Luzern präsentiert sich mit 8,8 Prozent bei 2500-er Franchise bei der Standard-Grundversicherung das Maximum im besagten Jahr.

Wichtig zu erwähnen:
Die Krankenkasse Preisentwicklung über die letzten Jahre lässt durchaus auch die eine oder andere Senkung erkennen, wenn Versicherte nur genau genug hinschauen. Zwischen 4 und 6 % bewegen sich die Preisnachlässe vereinzelt, auch im Kanton Zürich.

Nur wer vergleicht und wechselt, kann dauerhaft sparen

Welchen Informationsgehalt hat die Krankenkassen-Preisentwicklung über die letzten Jahre für Versicherungsnehmer in der Schweiz nun genau? Nochmals sei an dieser darauf verwiesen, dass es sich vor dem Hintergrund der zum Teil sehr gravierenden Unterschiede bei den Prämien für die Grundversicherung der unterschiedlichen Arten oder möglicher Bonusversicherung generell lohnt, das gesetzlich geregelte Recht zum Wechseln für sich zu nutzen.

Wichtig ist dabei das Wissen um die Kündigungsfristen bei der Krankenkasse. Eine zwischenzeitliche Anhebung der Prämie beispielsweise kann Versicherten auch ausserhalb der normalerweise geltenden Fristen eine ausserordentliche Kündigung ermöglichen. Welches Versicherungsmodell das Richtige ist, entscheidet die persönliche Situation. Wenn Sie die Krankenkasse kündigen möchten, sollten Sie daher die genauen Vertragsmodalitäten kennen. Als erster Anhaltspunkt für die neue Versicherung können auch ältere Krankenkassen Tests liefern.

Gesundheitssituation als wesentlichster Einflussnehmer

  • Chronisch Kranke, die regelmässig einen Facharzt aufsuchen müssen, auf Medikamente angewiesen sind und eventuell von Zeit zu Zeit ins Spital müssen, sollten lieber eine geringe Franchise und eine Grundversicherung mit freier Arztwahl bevorzugen.
  • Wer jung und fit ist, kann durchaus eine höhere Franchise und das Telmed-Modell auswählen, um die Kosten gering zu halten und bei einer Erkrankung zunächst die telefonische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Bei monatlichen Prämienunterschieden in den Schweizer Hochburgen von vereinzelt bis zu 300 Franken lohnt es sich zu vergleichen und die Krankenkasse Preisentwicklung über die letzten Jahre immer wieder zur Grundlage eines Wechsels zu machen.

Da Versicherungsgesellschaften mitunter deutliche Anpassungen binnen weniger Jahre vornehmen, kann die bisher preiswerteste Police je nach Kanton und Versicherungsmodell schon ein oder zwei Jahre später zu den teureren Versicherungen am Markt gehören. Wer die eigene gesundheitliche Situation richtig einzuschätzen weiss und sich mit dem Krankenkassenvergleich regelmässig über neueste Entwicklungen informiert, kann rund um die Grundversicherung pünktlich zum kommenden Versicherungsjahr eine kostensenkende Entscheidung treffen. Ohne dass dadurch Abstriche bei den Leistungen in Kauf genommen werden müssen.

Gesundheitszustand Krankenkasse
Die Krankenkasse und das Versicherungsmodell sollte auch in Bezug auf den Gesundheitszustand gewählt werden.

Günstige Grundversicherung führt nicht zu Leistungsschwund

Wie gesagt schreibt der Staat den Leistungskatalog für die Grundversicherung den Versichern vor. Abweichungen gibt es damit eher bei gewissen Extras und gerade mit Blick auf die Prämien. Vergessen Sie dabei nicht, die gesundheits- bzw. krankheitsbedingten Ausgaben mit in die Berechnungen einzubeziehen. So finden Versicherte heraus, welche Franchise sinnvoll ist und welche Versicherung alles bietet, was wirklich nötig ist.

Neue Versicherungsrechner setzen Behandlungs- und Medikamentenkosten sogar ausdrücklich als Teil vom Berechnungsgrund an, sodass die Tarifsuche noch einfacher gestaltet wird. Durch den objektiven Vergleich können sich Bürger die Krankenkasse Preisentwicklung über die letzten Jahre sogar zunutze machen – auch wenn die Durchschnittskosten generell schrittweise gestiegen sind. Zumindest können Versicherungskunden durch den Wechsel das Ausmass der turnusmässigen Preisanstiege so gering wie möglich halten.