Krankenkasse kündigen

Als Gründe, die Krankenkasse kündigen zu wollen, gibt es gleich mehrere erwähnenswerte. Ein Argument ist zum Beispiel die Unzufriedenheit mit Blick auf den Kundendienst der aktuellen Krankenkasse. In erster Linie aber sind es nicht zum Bedarf passende Leistungsänderungen und noch davor die Anhebung der Versicherungsprämie.

Das Wichtigste in Kürze

Einige wesentliche Fakten zur Kündigung können schon jetzt zusammengefasst werden.

  • generell kann ausnahmslos jeder Versicherte seine Krankenkasse kündigen
  • Die Grundversicherung ist obligatorisch: beim Kündigen muss ein Neuvertrag abgeschlossen werden
  • Versicherte müssen die Fristen für die ordnungsgemässe und ausserordentliche Kündigung beachten
  • neuen der Prämienerhöhung (siehe Preisentwicklung der Krankenkassenprämien) gibt es verschiedene Kündigungsgründe
  • Grundversicherungs-Leistungen schreibt der Schweizer Gesetzgeber allen vor
Krankenkasse kündigen
Krankenkasse kündigen: Einige Faktoren sollten Versicherte berücksichtigen – diese finden Sie auf unserer Seite

 

Wer seinen Krankenkasse wechseln möchte, muss im ersten Schritt zunächst die alte Krankenkasse kündigen, wie Branchenkenner gebetsmühlenartig betonen. Denn eine verspätete Kündigung kann zu bürokratischen Mühen und zu einem längeren Verbleib im Altvertrag parallel zur neu gebuchten Police führen. Versicherer bestehen zur Vermeidung solcher Komplikationen auf die Vorlage der Kündigungsbestätigung des vorherigen Versicherungsanbieters.

Was könnte beim Kündigen der Krankenkasse für Probleme sorgen?

Normale Kündigungsfristen und Extrarechte bei Konditionsanpassungen

An dieser Stelle soll nun zunächst die Prozedur samt der Bedingungen für das ordnungsgemässe Kündigen der Krankenkasse – genauer der obligatorischen Grundversicherung – erläutert werden. Standard für die Kündigung ist der Stichtag 1. Januar eines jeden Kalenderjahrs. Dementsprechend müssen Anschreiben an den Versicherer eben dieses Datum als Stichtag beinhalten.

Kündigungen fürs Folgejahr müssen jeweils spätestens bis zum 31.11. beim Versicherer eingegangen sein. Diesem Termin geht im Einzelfall bis zum 31.10. des Kalenderjahrs eine Meldung der Krankenkasse hinsichtlich einer Prämienerhöhung voraus, sofern Anpassungen der Prämien geplant sind. Ist dies gegeben, müssen Versicherer ihre Kunden ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese ihre Krankenkasse kündigen können.

Mit Blick auf die Anhebungen der Prämien sei ausserdem erwähnt:
→ Ausnahmslos jede Versicherungsprämie muss vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zuvor genehmigt worden sein!

Wenn Sie Ihre Krankenkasse kündigen möchten, ist zum Stichtag zu sagen, dass die Kündigung idealerweise per Einschreiben mit Rückschein übermittelt werden sollte, wobei die Schriftstücke zu den sogenannten „gewöhnlichen Geschäftszeiten“ beim Adressaten eingehen müssen. Dies bedeutet: Landet die Kündigung zwar am 30.11., aber erst nach Geschäftsschluss bei Krankenkasse, kann dies eine Ablehnung des Antrags und damit zur Verlängerung des Versicherungsvertrags führen. Landet die Kündigung pünktlich auf dem Schreibtisch des Sachbearbeiters, geht alles seinen geregelten Gang.

Wissenswert ist: Einen Grund, weshalb Sie die Krankenkasse kündigen möchten, müssen Sie Ihrem Versicherer nicht nennen!

Diese Schritte sind bei allen Varianten der Grundversicherung identisch. Ganz gleich, ob Sie derzeit den Versicherungsschutz einer Standard-Grundversicherung oder eines alternativen Grundversicherung-Modells geniessen.

Offene Rechnungen stellen bei Kündigungen ein Hindernis dar

Bevor es um die weiteren Möglichkeiten geht, um die Krankenkasse kündigen zu können, soll nun ein Szenario beschrieben werden, bei dessen Eintreten jedwede Kündigung vorerst ausgeschlossen ist. Es geht um nicht gezahlte Versicherungsprämien. Versicherte, die mit der Prämienzahlung im Rückstand sind, haben ihr Recht zur Kündigung einstweilen verwirkt. Zwar gelten in diesem Fall dieselben Kündigungsfristen wie bei pünktlich gezahlten Beiträgen.

Wichtig: Erst alle Prämien begleichen, dann kündigen
Die ausstehenden Zahlungen müssen dann aber bis spätestens zum letzten Laufzeittag der Police nachgeholt werden. Bleiben die Zahlungen bis zum 31.12. (dem normalerweise letzten Tag der Laufzeit) aus, zieht dies automatisch eine Unwirksamkeit der Kündigung nach sich – selbst wenn fristgerecht unter Einhaltung aller wichtigen Details gekündigt wurde.

So können Sie erst zum ersten offiziellen Kündigungstermin im nächsten Jahr die Krankenkasse kündigen. Versicherungsnehmer sollten also im eigenen Interesse immer daran denken, offenen Rechnungen vereinbarungsgemäss zu begleichen. Mahnt der Versicherer fehlenden Zahlungen an, sollten Sie als Versicherter möglichst schnell aktiv werden, um Mahngebühren zu verhindern und weiteren Problemen aus dem Weg zu gehen.

Kündigen können Sie nach Begleichung der Versicherungsschulden

Eines ist in einer solchen Situation allerdings zum Glück ausgeschlossen: Rückstände bei der Prämienzahlung dürfen bei zukünftigen Anträgen für die Grundversicherung generell nicht zu einer Ablehnung führen. Jede Krankenkasse, die ein Angebot der Standard-Grundversicherung oder der alternativen Modelle offeriert, muss dem Antrag auf die Aufnahme ohne Wenn und Aber und ungeachtet der Vorgeschichte der Antragsteller zustimmen. Bei Zusatzversicherungen für Zahnersatz oder andere Leistungen aber sind Gesundheitsfragen und daraus resultierende höhere Prämien bei entsprechend hoher Risikoeinschätzung durch die Versicherer – aber auch Antragsablehnungen – durchaus zulässig. Zusatzversicherer arbeiten weitgehend mit derlei Prozeduren und lehnen im Fall der Fälle auch einen Antrag ab, sofern die Bewertung zu negativ ausfällt, sodass die Prämien dramatisch hoch angesetzt werden müssen.

Die Franchise als wesentlicher Aspekt bei der Krankenkasse

Um die Krankenkasse kündigen zu können, spielt vor allem ein anderes wichtiges Merkmal eine elementare Rolle: die Franchise. Hierbei handelt es sich bekanntlich eine von zwei Varianten der Kostenbeteiligung. Versicherte tragen bei Inanspruchnahme stationärer oder ambulanter sowie bei Medikamentenbedarf einen Teil der Kosten.

Sofern die jährliche Franchise aufgebraucht ist, wird zudem ein Selbstbehalt fällig. Dieser liegt in der Regel bei 10 % der Kosten über die Franchise hinaus, wobei es bei Unfällen, Schwangerschaft und vor allem mit Blick auf Kinder und junge Versicherte einige Ausnahmeregelungen gibt, die an anderer Stelle ausführlich erklärt werden. Wichtig ist an diesem Punkt in erster Linie eines: Wer als Versicherungsnehmer eine ordentliche Franchise mit dem Versicherungsanbieter vereinbart hat, kann die Grundversicherung nicht nur zum Jahresende aufgeben und wechseln. In diesem Fall können Sie auch zum 1. Juli die Krankenkasse kündigen.

Dies bedeutet im Klartext:

  • Der Vertrag zur Grundversicherung in ihren verschiedenen Modellen darf hinsichtlich der Prämie keine Ermässigung aufweisen.
  • Zudem müssen Policen ausschliesslich die standardmässig vom Gesetzgeber vorgesehene Franchise von 300 Franken für Erwachsene sowie von 0 Franken für den Nachwuchs beinhalten.
  • Sollten Versicherte im Sinne eines individuell optimalen Versicherungsschutzes und reduzierter Prämien Anhebungen (oder im umgekehrten Fall reduzierte Franchisen) mit dem Grundversicherer vereinbart haben, entfällt diese ergänzende Kündigungsoption.
  • Sollten Sie die genannte Bedingung an die Franchise erfüllen, müssen Sie eine dreimonatige Kündigungsfrist einhalten.
  • Das Kündigungsschreiben also muss spätestens zum 31.03. des Kalenderjahrs zur Bearbeitung beim Versicherer vorliegen.

Lassen Sie beim Kündigen der Krankenkasse nicht zu viel Zeit verstreichen

Wenn Sie die Krankenkasse kündigen, empfehlen Versicherungsexperten sowohl bei der Kündigung zur Jahresmitte wie zum Ende des Jahres eine rechtzeitige Erstellung und Zusendung der Vertragskündigung

→ 14 Tage vor Verstreichen der Fristen werden oftmals als sinnvoller Termin genannt.

Kurzentschlossene Versicherungswechsler können aber auch kurzfristig Verträge kündigen, wenn sie akkurat arbeiten. Akzeptiert die Versicherungsgesellschaft die Zustellung der Kündigung per Mail oder Fax (achten Sie auf die Bestätigung, die Sie umgehend vom Versicherer erhalten sollten!), können Sie auch sehr akut die Krankenkasse wechseln. Überstürzte Wechselentscheidungen aber sollten Versicherte auch und gerade in solchen Momenten nicht treffen, um Probleme zu verhindern. Ausreichend Zeit für die Suche nach der für Sie besten Grundversicherung sollte immer eingeplant werden!

Wann habe ich ein Sonderkündigungsrecht bei der Krankenkasse?

Umzüge verschaffen Versicherten nicht automatisch ein Kündigungsrecht

Eine Situation halten viele Versicherte für den idealen Moment, um die Krankenkasse kündigen zu können. Gemeint ist hier: der Umzug. Dabei gilt aus Sicht der Versicherten, dass Umzug leider nicht gleich Umzug ist. Dies bedeutet, dass es um die individuelle Entscheidung rund um den kommenden Wohnort geht. Sofern Ihre bisherige Krankenversicherung am neuen Wohnort ebenfalls Tarife für die Grundversicherung anbietet, erhalten Versicherungsnehmer nicht automatisch ein Sonderkündigungsrecht.

Übrigens nicht einmal dann, wenn die Police infolge des Umzugs mit einer höheren Prämie verbunden sein sollte. Solche Veränderungen sind durchaus möglich. Der Grund ist darin zu sehen, dass die Berechnungsgrundlagen für die Prämien je nach Region und Kanton unterschiedlich ausfallen können.

Liegen die durchschnittlichen jährlichen Gesundheitsausgaben im „neuen“ Kanton über denen im Kanton, in dem Versicherte bis dato lebten, kann dies zu einem spürbaren Anstieg der Prämien führen. Der Ausstieg aus dem Vertrag aber gelingt dann wie gehabt auf Basis der üblichen geltenden Frist. Sie können den Vertrag bei einer Verteuerung somit nur planmässig zum Jahresende (zum 30.11.) oder bei ordnungsgemässer Franchise zur Mitte des Kalenderjahres auflösen, also die Krankenkasse kündigen. Versicherungsrechtlich ist im Kontext des Umzugs auch von einem „selbstverschuldeten“ Anstieg der Versicherungsprämie die Rede.

Ankündigung zur Prämienerhöhung sorgen fürs Sonderkündigungsrecht

Generell aber bedeutet dies nicht, dass Versicherte nicht durchaus unter gewissen Umständen das Recht zur Sonderkündigungsrecht erhalten können. Dies gilt in allen Fällen, in denen eben keine Selbstverschuldung vorliegt. Ein Szenario, welches Ihnen bei Zusatzversicherungen für die gesundheitliche Absicherung sowie bei Versicherungen aus anderen Bereichen begegnen kann, ist bei der Grundversicherung per se ausgeschlossen. Eine Leistungsanpassung (bei Anhebung oder Verbleib der Prämie auf dem aktuellen Niveau) ist nicht möglich. Denn der Gesetzgeber schreibt allen Anbietern der Grundversicherung klar vor, welche Leistungen sie Versicherungsnehmern erbringen müssen.

Ist aber tatsächlich von Seiten der Versicherer eine Prämienerhöhung geplant, muss der Versicherungsanbieter Kunden spätestens zwei Monate vor der Anhebung der Beiträge ein Informationsschreiben (postalisch, zunehmend aber auch per Mail) zukommen lassen. In diesem Schreiben muss zugleich eindeutig auf das Sonderkündigungsrecht sowie die geltenden Fristen hingewiesen werden.

Achtung
→ Sonderkündigungsrecht sieht eine Kündigungsfrist von einem Monat vor!
Beispiel
Im Beispiel wird die Prozedur besonders gut deutlich: Der Versicherer plant eine Erhöhung der Prämie zur Grundversicherung zum Stichtag 1. April. In diesem Fall muss der Versicherungsanbieter also aller spätestens zum 31. Januar eine entsprechende Meldung zur Prämienänderung inklusive Information zum zusätzlichen Kündigungsrecht an die Kunden machen.  Die Kündigung kann nun bis zum letzten Tag des Monats vor dem Monat der Prämien-Korrektur erfolgen. Im Beispiel der Informationspflicht zum 31. Januar als müsste die Kündigung bis spätestens 28. (oder 29. in einem Schaltjahr) Februar beim Anbieter eingehen – wie schon erwähnt so frühzeitig, dass eine Bearbeitung rechtzeitig möglich ist. Denken Sie also an diese wesentlichen Details, wenn Sie aus Verärgerung über eine zukünftig höhere Prämie die Krankenkasse kündigen möchten.

Kann ich die Krankenkasse ohne neuen Versicherungsvertrag kündigen?

Die Rechtslage zur Grundversicherung ist in der Schweiz bekanntlich sehr eindeutig. Der Begriff „obligatorisch“ ist in diesem Sinne entscheidend. Jeder Versicherte muss eine Grundversicherung haben. Eine zeitliche Lücke im Versicherungsschutz darf es nicht geben. Aus diesem Grund können Sie nur dann die Krankenkasse kündigen, wenn Sie im Vorfeld einen Vertrag für eine neue Versicherung abgeschlossen haben. Der Gesetzgeber spricht hierbei auch von einem „unterbruchsfreien Versicherungsschutz“, den die Versicherer sicherstellen müssen.

Das Ergebnis in diesem Fall: Erst wenn eine Bestätigung vom neuen Versicherer vorliegt, endet der bisherige Versicherungsvertrag, damit gar nicht erst Lücken auftreten können. Vermieden wird grundsätzlich auch eine Doppelzahlung. Trotz des weiterhin bestehenden Versicherungsschutz wird Versicherten bei erfolgreichem Wechsel die Differenzsummen zwischen der bisherigen und der zukünftigen Versicherungsprämie erstattet.

Gibt es Alternative Grundversicherungsmodelle mit Sparoption?

Bevor Versicherte die Krankenkasse wechseln, sollten sie nicht einzig und allein die Prämie in den Krankenkassenvergleich mit einbeziehen. Die im eigenen Fall sinnvolle Franchise sollte ebenfalls immer eine Hauptrolle spielen. Dies gilt ebenfalls für das Versicherungsmodell, das im Vergleich den Zuschlag erhält.

Neben der Standard-Grundversicherung können sich Versicherte für einige verschiedene Alternativmodelle entscheiden. Die Wichtigsten sind:

HMO Modelle
Gesundheitsnetzwerke („Health Management Organization“), bei denen in einer Praxis verschiedene Fachrichtungen die Versorgung organisieren
Telmed Modell
bevor Versicherte einen Arzt aufsuchen, kontaktieren Sie eine Kunden-Hotline. Der Kundendienst berät und empfiehlt bei Bedarf geeignete Ärzte in der Region des Versicherungsnehmers
Hausarztmodelle
vor der Facharztbehandlung steht immer der Gang zu einem ausgesuchten Hausarzt, der alle weiteren Massnahmen koordiniert; Versicherte wählen ihren Hausarzt meist von einer Liste, die Versicherer zur Verfügung stellen

Weitere Alternativmodelle entstehen nach und nach zusätzlich. Beispielsweise bieten einige Versicherer inzwischen Modelle an, bei denen die anfängliche Beratung bei Beschwerden durch ausgewählte Apotheker erfolgt, bevor weitere medizinische Behandlungen durchgeführt werden.

Wie helfen Alternativen zur Grundversicherung beim Sparen?

Durch die Alternativmodelle können Versicherungskunden je nach Angebot im Vergleich zur Standard-Grundversicherung bis zu 25 % der normalen Prämien einsparen. Die Franchise wiederum wirkt sich ebenfalls direkt auf die Prämienhöhe aus. Ein höherer Wert (die maximale Beteiligung liegt bei 2500 Franken, die niedrigste bei 0 Franken für Erwachsene, bei Kindern liegt die ordnungsgemässe Franchise bei 9 Franken und die Obergrenze bei 500 Franken) bringt Versicherten Prämienrabatte.

Die Rabatte allein sollten aber nicht den Ausschlag geben. Der richtige Versicherungsschutz für die Situation der Versicherten sollte immer Priorität haben. Wer die Krankenkasse kündigen möchte, um Geld zu sparen, sollte immer auch mit dem Gedanken an eine Änderung der Franchise denken. Wir empfehlen Ihnen unbedingt auch die Testergebnisse der Krankenkassen anzuschauen und zu vergleichen.

Was sollte ich bei der Kündigung der Krankenkasse noch beachten?

Sonderfall Bonusversicherungen

Viele Versicherte geben sich nicht allein mit einer der genannten Varianten der Grundversicherung zufrieden, sondern schliessen parallel eine Bonusversicherung ab. So kann nach persönlichem Bedarf ein optimaler Versicherungsschutz gebucht werden, der zum Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers passt. Während Sie die Grundversicherung jedes Jahr (möglicherweise sogar zu zwei Terminen) kündigen können, weisen etliche Bonusversicherungen eine Laufzeit von fünf Jahren vor.

Erst wenn diese Zeitspanne nach Vertragsabschluss verstrichen ist, ist eine Kündigung mit dreimonatiger Frist praktikabel. Die Frist verkürzt sich auf einen Monat, sofern Versicherer eine Anhebung der Prämie ankündigen, wobei die Vertragsdauer diesbezüglich rechtlich Vorrang hat. Der Wechsel der Altersgruppe kann indes ein ergänzendes Kündigungsrecht einbringen.

Der Abschluss der Zusatzversicherung will vor allem deshalb wohl überlegt sein, weil je nach Angebot andere Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen gelten können. Die exakte Lektüre der Allgemeinen Versicherungsbedingungen vor Vertragsabschluss sollte deshalb obligatorisch sein.

Zusatzversicherung erst nach Aufnahmebestätigung kündigen

Wie die Grundversicherung sollten Sie Extras zur Krankenkasse erst kündigen, sobald Sie eine „vorbehaltlose“ Bestätigung zur Aufnahme vom neuen Wunsch-Versicherer in den Händen halten. Bleibt die Bestätigung aus, kündigen Sie lieber erst einmal nur die Grundversicherung. Die Kosten für neue Zusatzversicherungen mit identischen Leistungen können altersbedingt und wegen zwischenzeitlich aufgetretener Gesundheitsprobleme sonst erheblich teurer als bei Altverträgen ausfallen. Ohnehin ist es denkbar, dass Krankenkassen Vorbehalte befristeter oder unbefristeter Art in den Vertrag aufnimmt.

Sollte das Versicherungsrisiko während der Laufzeit aufgrund gesundheitlicher Probleme der Versicherten steigen, können Leistungen verweigert werden. Oder Krankenkassen kündigen Bonusversicherungen einseitig. Dies ist hinsichtlich bestimmter Krankheiten denkbar, für die ein vertraglicher Vorbehalt geregelt wurde.

Bonusversicherungen bei der Krankenkasse kündigen
Bonusversicherungen bei der Krankenkasse kündigen: Beachten Sie die lange Laufzeit

Trotz dieser Komplikationen sollten Versicherungsnehmer beim Ausfüllen des Versicherungsvertrags stets aufrichtig und vollständig antworten. Denn auch im Nachhinein können Krankenkassen Vorbehalte anbringen. Insbesondere dann, wenn offenkundig wird, dass Versicherungsnehmer im Antrag Falschangaben gemacht haben. Wurden bewusst Vorerkrankungen verschwiegen, kann dies gar zu Rückforderungen bezüglich bereits erbrachter Leistungen führen.

Wie erstelle ich ein Kündigungsschreiben richtig?

Das erforderliche Schreiben zur Kündigung können Versicherte heute online erstellen oder über das Internet passende Musterschreiben kostenlos beziehen. Wichtig ist hierbei, dass Sie dem Sachbearbeiter der Versicherung alle wichtigen Daten aus dem Versicherungsvertrag zur Verfügung stellen.

Das Kündigungsschreiben muss folgende Informationen umfassen:

  • den kompletten Namen der Versicherungsnehmer (auch zu mitversicherten Personen)
  • die vollständige Anschrift
  • die Kunden- und/oder Versicherungsnummer
  • das gewünschte Kündigungsdaten
  • die eigenhändige Unterschrift der Vertragsnehmer

Gibt es beim selben Versicherung Verträge zu Bonusversicherungen, die weiter geführt werden sollen? Dann sollten Versicherungsnehmer im Kündigungsschreiben am besten einen genauen Fortführungswunsch formulieren. Andernfalls kann es passieren, dass der Versicherer automatisch davon ausgeht, dass die Grundversicherung mitsamt der gebuchten Zusatzversicherung(en) gekündigt werden soll. Ein Vermerk der Art „Die Zusatzversicherung möchte ich bei Ihrer Krankenkasse fortführen“ reicht aus, damit Sie wie gewünscht die Krankenkasse kündigen, ohne dass die ergänzende Police von der Kündigung betroffen ist.

Nochmals der Hinweis zum Schluss:
Einen Grund müssen Versicherte generell nicht nennen, wenn Sie die Krankenkasse kündigen. Weder im Zusammenhang mit einer geplanten Prämienerhöhung, noch bei fristgerechter Kündigung zu den genannten Terminen während des Kalenderjahrs.

Machen Sie sich beim Vergleich und der Suche nach der idealen Grundversicherung keine Sorgen wegen eines problematischen Gesundheitszustands. Dieser kann zwar bei Zusatzpolicen Ablehnungen und Kostenanstiege verursachen. Bei der Grundversicherung aber ist dies kein Kriterium. Auch wenn Sie bereits dauerhaft ärztlich betreut und behandelt werden, müssen Anbieter einer Grundversicherung dem Aufnahmeantrag zustimmen.

Unser Fazit zum Kündigen der Krankenkasse

Ob Sie die normale Krankenkasse kündigen möchten, um eine günstigere oder geeignetere Grundversicherung abzuschliessen, oder eine Bonusversicherung wechseln möchten: Versicherte, die die Regeln kennen und rechtzeitig die wichtigen Schritte in die Wege leiten, werden immer erfolgreich sein. Durch den objektiven Krankenkassenvergleich mit Einbindung der angemessenen Wahlfranchisen sowie der in Frage kommenden Alternativmodelle finden Versicherte die passende Police.